Menu Close

Skaterboy – Kurzgeschichte

Auf seinen Rollen trägt das Skateboard ihn über den Asphalt, in welche Richtung weiß er nicht. Die Reise scheint nie zu enden. Meine erste Kurzgeschichte für Euch.

Einen Schritt nach dem Anderen treffen seine Füße schnell auf den Asphalt, bis er abspringt und auf dem Skateboard landet. Auf seinen Rollen trägt es ihn über die Straßen. Wo es hingeht weiß er nicht. So fährt er in Richtung Sonne, die gerade aufgeht und den Himmel in orangenes Licht taucht.

Gerne würde er Feldstraßen nehmen, dort an den Kornfeldern vorbei skaten. Da würde aber das Board stecken bleiben. So führt ihn der Teer in Richtung Zentrum. Dagegen hat er nichts einzuwenden, dort kann er sich etwas zu essen kaufen.

Er ist niemand, der gerne frühstückt und so hat er auch heute morgen wieder nichts gegessen. Ich bin eben kein Fan von Essen, antwortet er immer, wenn ihn jemand danach fragt. Kaffee und Tee trinkt er auch nicht.

Man, auf dem Skateboard ist es anstrengend, denkt er sich und muss eine Pause einlegen. An der Seite der Straße setzt er sich mit schwerem Atem und Schweißflecken unter den Armen auf sein Skateboard und schließt die Augen.

Ein alter Mann kommt vorbei und kickt seine Füße mit dem Gehstock. Er nuschelt etwas, das sich wie „Mitten auf meinem Weg sitzen die jetzt auch noch“ anhört. Am liebsten hätte der Skater ihm hinterhergerufen, wie unhöflich das war, lässt es aber.

Im Zentrum angekommen, geht er in eine Tankstelle. An der Kasse anstehend realisiert er, dass er nicht genug Geld für das Sandwich in seiner Hand mitgenommen hat. Der Typ, der im Anzug hinter ihm steht, bietet ihm ein paar Euro an. Er lehnt jedoch ab und begnügt sich mit einem Apfel. Als der Skater den Shop verlässt, bereut er es. Sein Mund ist trocken, er wünschte, er hätte nun etwas zu trinken.

Er springt wieder auf das Skateboard auf, es trägt ihn über den Asphalt. Vorbei an Shops mit individuell gestalteten Vasen in den Schaufenstern und unzähligen Kiosks, in denen blinkende Schilder darauf hinweisen, dass sie geöffnet sind. Ob jemand wohl ein blinkendes „Closed“- Schild hat?, fragt er sich.

Nach einer Weile muss er erneut eine Pause einlegen, sich hinsetzen. Sport war noch nie mein Fachgebiet, denkt er sich. Vor ihm befindet sich eine Bushaltestelle. Er entscheidet, dort auf den nächsten Bus zu warten. Autos fahren vorbei. Er wünscht sich, er könnte sich auf seinem Skateboard an eines dran hängen und für eine kleine Weile mitfahren. Würde bestimmt Spaß machen, denkt er sich.

Wer wohl in den Lkws auf der anderen Straßenseite sitzt? Die Lastwagen mit den monströsen Reifen und Ladungen, den blinkenden Namensschildern in den Fenstern der Fahrerkabine. Oh! Ein Eiswagen, ob der wohl wirklich nur Eis verkauft? Wäre spannend, wenn nicht. Eine Geschichte hinter dem pinken Eiswagen, der so vertraut aussieht.

Noch ein paar Minuten, ach wie er warten hasst. Aber die nächste Haltestelle ist so weit weg und seine Füße tun weh. Die Musik in seinen Ohren dröhnt „But with a needle and some thread, I’ve been keeping it together“.

Der Bus fährt vor, hält an, Leute steigen aus, steigen ein und der Bus fährt wieder. Er sitzt dennoch da mit seinem Skateboard, ist nicht eingestiegen. Zu viele Menschen, enge Sitze und er hatte vergessen, ein Ticket zu kaufen, wusste auch nicht wo. Dann geht’s eben weiter mit dem Skateboard. Mittlerweile fahren auf den Straßen keine Autos mehr, an die er sich dran hängen könnte. Es ist Abend und die Sonne ist untergegangen.

Dennoch scheint es, als würde seine Reise nie enden.


Mochtest Du diesen Beitrag? Get my loveletters!

↓↓↓↓

Melde Dich hier <\ zu meinem Newsletter an! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.