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Wahr und unwahr

Gefühle sind immer kompliziert, aber was, wenn sie gar nicht so richtig sind, wie wir denken? Wie man unwahre und wahre Gefühle unterscheiden kann.

Gefühle als “unwahr” zu beschreiben kann verschiedene Begründungen haben: Zum einen ließ ich mich nur hineinsaugen und die Umstände der Situation sind gar nicht so schlimm. Des weiteren wäre ein Grund ein sogenannter “verstärkender Prozess”. Ebenso unwahr wäre ein durch Hunger oder Stress erzeugtes Gefühl. Die Definition wahrer Gefühle ist aufgeteilt in „den Umständen entsprechend“ und „dem Charakter entsprechend“.

Das Thema dieses Textes ist so ungreifbar, das es schwer ist eine genaue Reihenfolge all meiner Gedankenabzweigungen zu finden. Vor allem, da ich keine Antwort auf meine Fragen habe.
Dies ist demnach ein möglicher Zwischenstand, oder vielleicht auch ein Ende. Ich vermute, meinem großen Problem
keine allgemeingültige und schnelle Lösung geben zu können. Dass diese schlicht und weg einfach nicht existiert.
Das Thema beschäftigt mich seit einigen Monaten, obwohl ich glaube, dass es unbewusst ein permanenter Sachverhalt ist.

Es geht um das, was uns jeden Tag begleitet:
Gefühle und Emotionen.
Wie kann ich entscheiden, ob diese meine Handlung beeinflussen sollten?

Dabei muss ich erst einmal zwischen beiden differenzieren.
Die sogenannten Emotionen wie Freude, Angst und Wut kommen aus dem
Unterbewusstsein. Sie entstehen effektartig aus dem Einfluss
unserer Umgebung, wobei der Körper so auf die Außenwelt reagiert.

Ich bin glücklich” beschreibt dann das Gefühl, das in uns entsteht, wenn unser Gehirn die Emotion verarbeitet hat und sie so in das Bewusstsein gelangt ist. Neben der Handlung als logische Reaktion auf eine Gegebenheit, verleiten mich natürlich auch meine Gefühle zu einer Tätigkeit.

Mir geht es nun erst einmal um die tatsächlichen Gefühle, die in mir entstehen. Folgende Situationen regten mich zum Nachdenken an: Wie das Leben so spielt, müssen wir oft Dinge tun, die gegen unsere Gefühlslage sprechen. Unsere Mitmenschen sind dann oft in der Rolle derjenigen, die eine objektive Handlung empfehlen.

Ein Beispiel dafür wäre eine frustrierte Mary, die einen Tag des Aufgebens hat und einfach im Bett bleiben möchte. Dann passiert genau das, was ich beschrieben hatte:
Meine Mitmenschen raten mir, ich solle mal aufstehen.

Ebenso etwas, dass mich über das Thema nachdenklich machte, waren plötzliche Gefühle, die aufkamen, ich mir aber nicht erklären konnte.
Dann fühlte ich aus dem Nichts Wut und wusste weder warum, noch woher sie kommt.

Beim Abwägen, wie ich handeln sollte versuche ich meist herauszufinden, ob meine Gefühle es wert sind, ihnen Folge zu leisten.Ich kam zu dem Schluss, dass sie es dann wert sind, wenn ich sie als “wahrhaftig” abstempeln kann. Sofern sie einfach nur als etwas Vorübergehendes beschrieben werden können, sollte ich ihnen in dem Moment keine größere Bedeutung, beziehungsweise folgende Handlungen beimessen.

Dabei nehme ich an, Emotionen -effektartige Reaktionen- sind der sicher wahre Part dieser These. Dadurch liegt das Problem bei den Gefühlen und vor allem unserer Interpretation derer.

Nun also zum Differenzieren unserer Gefühle: Gefühle, die Folge von einer Situation sind, in die ich mich nur reinsteigerte, beschreibt man als “unwahr”. Die Umstände sind dann nicht so schlimm oder traurig, das Gefühl also oft impulsiv. 

Eine weiterer Grund dafür, dass unwahre Gefühle aufkommen, wäre der “verstärkende Prozess”: Wir alle kennen doch dieses „sich in den Gefühlen wälzen“, wenn wir ein wenig melancholisch sind. Dann schauen wir oft einen Film, der uns wissend noch mehr hinein zieht und uns noch trauriger macht.

Dann ist das Gefühl, dass wir nach diesem Film haben, selbst erzeugt, oder auch verstärkt und somit „unwahr“. Natürlich ist es in dem Sinne wahr, dass wir es tatsächlich fühlen. Das Grund-/Vorgefühl war jedoch ein anderes.

Ebenso unwahr wäre eine durch Hunger oder Stress erzeugte Wut. Nehmen wir an, man ist, wie ich, eine sehr genervte und schlecht gelaunte Person wenn der Hunger groß ist. Dann erscheint jede kleine Situation als Problem und man muss sich wirklich zusammenreißen, um normal zu handeln. Jedes riesige Problem lässt sich dann jedoch ganz einfach mit einer Portion Nudeln regeln.
Das bedeutet, dass nur der Hunger bekämpft werden musste und nicht das Problem selbst, über das man so verzweifelt war. Somit war die Wut unwahr.

A R T in Sydney

Die Definition wahrer Gefühle ist aufgeteilt in „den Umständen entsprechend“ und „dem Charakter entsprechend“.

„Den Umständen entsprechend“ ist ein Gefühl, das logisch und objektiv nachvollziehbar ist. Nach einem traurigen Ereignis folgt Traurigkeit. Logisch nachvollziehbar.”Dem Charakter gleich“ bedeutet, dass uns unserer Persönlichkeit nach beispielsweise ein Film, da wir ihn mögen, Freude bereitet. Andere Menschen würden bei besagtem Film möglicherweise einschlafen, da dieser nicht zu deren Persönlichkeit und Geschmack passt

Ein weiteres Beispiel für “dem Charakter entsprechend”: Wie viel schlechte Gefühle wir einer Situation beimessen. Diese Reaktion setzt sich dann zusammen aus dem Vergleich zu anderen Erfahrungen und dem, wie viel wir als Person ertragen können. Bei dem Vergleich spielt es eine Rolle, welche schlimmeren Umstände wir erlebt haben und demnach fällt unsere Reaktion weniger schlecht aus, wenn wir Schlimmeres erlebt haben, wobei dies dann wieder auf „den Umständen entsprechend“ zurückführt.

Wie viel wir als Person ertragen können, ist Teil unserer Persönlichkeit und basiert auf unserer Stärke.

Im Prozess des Abwägens, ob meine Gefühle unwahr oder wahrhaftig sind, ob ich mich nur hineinziehen ließ, oder sie berechtigt sind, neige ich immer wieder dazu, mir die Frage zu stellen, wer es nun richtig beurteilen kann.

Wer ist die richtige Person, um zu kritisieren, welche Definition dem Gefühl mehr zugehörig erscheint?
Wer stellt einen Ersatz zu einer Gefühlserkennungsmaschine dar ? Ich selbst, oder doch eher eine andere Person, die das Ganze objektiv betrachten kann ?

Sind meine Gefühle überhaupt objektiv zu betrachtend ? Und wenn ich selbst die Erkennungssoftware bin, wann weiß ich, dass es das Ganze unwahr macht, zu behaupten, die Gefühle seien unwahr?

Es sollte doch auch nur ich sein, die meine eigenen Gefühle beurteilen kann, oder? Wer anders würde schon über meine Stärke wissen ? Aber ist die Meinung einer außenstehenden Person nicht wertvoll, nicht sogar manchmal wahrer als meine eigene Kritik ?

Oder vielleicht einfach nur besser ?

Also, ist dies nun ein Zwischenstand eines ewigen Prozesses, oder eine Sackgasse, da ich keine endliche Antwort finden kann ? Da es dazu gehört, jedes Mal neu abwägen zu müssen, wer Recht hat und ob Gefühle wahr oder unwahr sind ?
Natürlich trage nur ich alleine die Verantwortung dafür, nach welchen Maßstäben ich im Endeffekt handle. Ob ich meine Gefühle nun als „würdig“ und wahr oder als unwahr ansehe und somit oft der Meinung eines Anderen mehr zustimme als meiner eigenen, weniger objektiven Gefühlslage.
Es gibt Gefühle, die niemand wirklich beurteilen kann, so viel weiß ich, aber dennoch: Ich habe noch nicht hundertprozentig den Dreh des „Abwägens“ raus.

Zwischenstand mit offenen Fragen. Möglichkeit der endlichen Antwort ?

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