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Ständige essentielle Neubildung der Erwartungen an unsere Welt ?

Enttäuscht aufgrund von nichterfüllten Erwartungen, von denen ich nicht einmal weiß, ob ich sie stellen darf und will. Im Zwiespalt.

Enttäuscht aufgrund von nichterfüllten Erwartungen, von denen ich nicht einmal weiß, ob ich sie stellen darf und will.

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Was wir von einem Abend mit Freunden, Folgen einer Entscheidung oder aber grundsätzlich jeglicher Situationen halten, hängt im Grund nur von einer Sache ab: Wie hoch oder niedrig unsere Erwartungen an die Situation waren. Erwarte ich von einer Party, dass sie unglaublicher wird, als sie es dann schlussendlich war, bin ich enttäuscht. Ohne Erwartungen wäre der selbe Abend vermutlich doch noch unter den Top 10.

An Weihnachten letztes Jahr fiel mehr Schnee und bumm das verglichene Weihnachten – an dem weniger Schnee fiel- ist in der Hinsicht weniger befriedigend, da man glaubt mehr erwartet haben zu können. Ohne das Fest je erlebt zu haben – somit also keinen Vergleich- wäre das verglichene Weihnachten dann wahrscheinlich ein von uns als schneereich empfundenes Weihnachten.

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Da wir nicht wüssten, was wir zu erwarten haben, könnten wir ebenso auch nicht enttäuscht darüber sein. Oder gar nach etwas anderem streben. Ist auch eigentlich alles ganz logisch.
Doch was, wenn es um unsere Mitmenschen geht? Wie sollten wir dann mit unseren Erwartungen an dieselbigen umgehen?
Grundsätzlich bilden sich unsere Wünsche an uns umgebende Menschen doch aus Normen und Werten. Ganz schlicht gesagt, erwarten wir beispielsweise, dass unser Gegenüber der Norm “Töte nicht” folgt.



Natürlich ein Mitgrund für unsere Empörung über Mörder: Sie haben nicht unsere grundlegenden Erwartungen an einen Menschen erfüllt.

Gehen wir einen Schritt weiter: Spezifische Erfahrungswerte basieren auf Fähigkeiten des Gegenüber und desse Charaktereigenschaften. Ein Beispiel dafür wäre, ob man eine schnelle Reaktion des Anderen erwarten kann. Ist die Person grundsätzlich eher grobmotorisch und langsam? Wenn sie einfach von sich aus nicht schnell reagieren kann, so kann man es unter Mitmenschen nicht direkt erwarten.

Was ist nun aber, wenn es zu zwischenmenschlichen Beziehungen kommt?

Wir nehmen in jeder Beziehung eine Rolle ein, Freund, Freundin, Mutter, Tochter, Bekannter. Das bringt Erwartungen und ebenso Verpflichtungen mit sich, die sich nach der Definition der Beziehung richten. In einer Freundschaft lässt sich beispielsweise mehr Fürsorglichkeit des Anderen erwarten, als bei einer simplen Bekanntschaft.

Und weiter: Schenken wir unserer Freundin nun ein bestimmtes Maß an Fürsorglichkeit, können wir diese gewissenhaft zurück erwarten?

Wenn ich in einer definierten Beziehung wie eine Freundschaft mit jemandem bin, denke ich automatisch, ich könne das erwarten, was ich gebe. Höre ich der Person immer zu, so erwarte ich das Gleiche von meinem Gegenüber. Das ist schwer abzustellen und definitiv eine der weniger guten Eigenschaften meiner selbst.

Doch ist das Geben-und-Nehmen-Prinzip in Beziehungen richtig? Kann ich wirklich erwarten, genau das zurück zu bekommen, was ich gebe ?

Prinzipiell würde ich sagen “Ja”, aus reinem Gerechtigkeitssinn heraus, aber hat das Prinzip in Beziehungen wirklich was mit Gerechtigkeit zu tun?

Und will ich jemand anderen überhaupt so unter Druck setzen ? Wenn auch unbeabsichtigt ? 

Es geht hier nicht darum, dass ich für das, was ich gebe automatisch etwas zurück erwarte, oder doch ? Ich bin nicht für jemanden da, um erwarten zu können, dass der andere für mich da ist. Aber ist es soweit, dass ich jemanden brauche, so bin ich enttäuscht, wenn der andere nicht verfügbar ist. Und ich kann nur enttäuscht sein, wenn dahinter auch Erwartungen gesteckt haben. So die Logik. (Das klingt so egoistisch und gar nicht selbstlos.)

Besitze ich Selbstlosigkeit diesbezüglich und sie wird nur überdeckt von meinem dominanten Gerechtigkeitssinn oder war da nie Selbstlosigkeit ?

Das klingt nun alles unglaublich negativ, als wären Erwartungen grundlegend schlecht. Sind sie aber nicht. Erwartungen sind doch das, was uns streben lässt. Das, was vor allem mich antreibt. Wenn ich weiß, ich kann mehr erwarten, werde ich auch Geduld beweisen, oder es versuchen zu erreichen.
Stelle man sich nun mal vor, wir hätten keine Erwartungen an das Leben, wie es sein könnte. Dass es uns glücklich machen kann, dass wir Liebe spüren, dass wir Erfolg haben, dass wir uns selbst finden.

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Ohne Erwartungen an das Leben und die Zukunft würden wir doch immer nur auf einer Stelle laufen.

Aber woher kommen meine Erwartungen an das Leben? Ich meine, es ist mein erstes Leben, woher weiß ich überhaupt, dass ich erwarten kann, mich selbst zu finden, oder Liebe zu spüren ?

Oder kann ich das überhaupt erwarten ?

Wo ist der Beweis für meine Erwartungen? Was ist vergleichbar und womit vergleiche ich mein Leben und mich überhaupt? Mit der “Norm”?

Und was ist diese Norm?

Ist der Normvergleich nicht etwas sinnlos, wo sich unsere Welt doch jeden Tag aufs Neue ändert und entwickelt ?

Ständige Entwicklung kann ganz schön frustrierend sein. Dauerhafte essentielle Neubildung der Erwartungen an diese Welt.

Dauerhafte Enttäuschung oder ständiges neues Glück ? 

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1 Comment

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