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Weltentwicklung #2

Wir tendieren dazu, Menschen ihrem Äußeren nach Geschlecht und Alter zuzuordnen. Wie die Modewelt die Grenzen verschwimmen lässt.

“DEM ALTER GERECHT”

17/06/18

Junge Mädchen in engen Hosen und geraden, erwachsenen Taschen und ältere Frauen in Nike free. Das Bild, was man an jeder Straßenecke sieht.
Für ältere Damen galt früher noch beige, Blumenmuster und feine Schuhe, die aber doch dem Fuß Halt geben sollten. Das typische Bild eben. Heute heißt es auch mal Jeans und Sportschuhe, wie es auch die „Teenies“ tragen.

Und bei den Mädchen könnte ich mit einem Wort gar nicht recht beschreiben was genau gilt.
Von über die Maße zerrissenen Hosen, über Birkenstock Schuhe, die für mich schon immer Hausschuhe waren, zu lilanem oder fast schwarzem Lippenstift und immer kürzer werdenden Tops.



Ich habe versucht es neutral zu formulieren, was mir aber nicht sehr gut gelungen ist.
Man merkt ich habe zu dem beschriebenen „Stil“ vergleichsweise zu dem Jungbrunnentouch der Älteren eine eher negative Meinung.

Ich habe schon öfter von meiner Mama gehört: „Dafür bist du zu jung“, was meine Kleidung angeht. Ist aber auch schon vier Jahre her.
Sagt das heute noch jemand zu seinen Kindern? „Du bist zu jung um dir eine teure Michael Kors Tasche zu kaufen“?
Oder gibt es dieses „dem Alter gerecht kleiden“ überhaupt noch?

Irgendwie sind die Grenzen verschwommen.

Jacke: vintage, Kamera: Lumix

Es gab klare Grenzen zwischen alt, jung und Kind. Die Kinder haben jetzt die erwachsenen Taschen und die älteren Damen fangen an, sich Sachen bei den Jungen abzuschauen. Beziehungsweise tut das die Modewelt.
Und wir nehmen es genau so an.
Dass die Modewelt als Produzent den Grundstein für diese Bekleidungsrichtungen gibt, ist sowieso klar.
Aber selbst den hohen Tieren in der Modewelt, denen die hinter den Konzernen stecken und sich jeden Tag neue Ideen für ihre Massenproduktionen aus den Köpfen ziehen, muss doch jemand einmal gesagt haben „Hey Leute, lasst uns alles ändern! Die Menschen werden das schon akzeptieren.“

Als sei jemand hin gegangen und hat allen zugeflüstert: „Die Grenzen haben sich geändert“, oder sogar schon „die Grenzen existieren nicht mehr“.

Genau das sieht man dann auf der Straße. Angepasstheit.
Ohne zu hinterdenken, ob sich unsere Werte geändert haben, ändern sollten oder einfach nur das Streben nach Neuem sich dazwischen gedrängt hat und jetzt sein Unwesen treibt. Grundsätzlich finde ich strenge Grenzen, was die Mode an geht nie gut.
Ich liebe es meiner Kreativität freien Lauf zu lassen und da gehören Stilbrüche zum Beispiel als allererstes dazu.
Dementsprechend gefällt mir dieses Grenzenverschwimmen prinzipiell ganz gut.

Wir haben die Erlaubnis bekommen uns mehr so zu kleiden, wie wir möchten. Auch Altersübergreifend. Im Endeffekt spricht das auch nur für die steigende Offenheit unserer Welt und der Wille sich entfalten zu können.


Aber dennoch müssen wir nicht alles stillschweigend annehmen, was uns hingeworfen wird und unsere Shorts einer Unterhose gleich machen, da der Hintern ja möglichst für alle sichtbar sein sollte.

Wobei ich bei dem Jungbrunnentouch der Älteren keine negativen Argumente finde. Nur etwas Verwunderung tief in mir, die immer noch das typische beige sieht. Auch wenn ich wahrscheinlich nicht viel von dem Bild erlebt habe.
Das, was ich suche, sind vielleicht keine Grenzen bezüglich des Alter-Gerecht-Werdens, sondern des allgemeinen Kleidens und des Gedanken an den Wert von Geld. Also die Grenzen dessen, wann man eher nuttig und nicht mehr modisch aussieht, sind etwas an dem wir mehr arbeiten sollten.

Oder einfach nur nachdenken, bevor wir aus dem Haus gehen.

Bluse: vintage

Wäre auch mal eine Idee.

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